Geteiltes Echo von Lebensrechtlern auf CDU-Parteitag

Quelle: idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur – 3.12.2008

Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, Claudia Kaminski. / Foto: idea e.V.

Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, Claudia Kaminski. / Foto: idea e.V.

S t u t t g a r t / K ö l n (idea) – Lebensrechtler haben mit Lob, aber auch mit mahnenden Worten auf den CDU-Bundesparteitag in Stuttgart reagiert. Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Claudia Kaminski (Köln), begrüßte das klare Nein von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur aktiven Sterbehilfe.

Sie hatte in ihrer Parteitagsrede unter dem Beifall der Delegierten gesagt: „Wir wollen den Menschen ein würdiges Sterben ermöglichen. Aber wir sind gegen das Sterben der Würde.“ Kaminski sagte, bei aller berechtigten Freude über diese klare Haltung der CDU dürfe nicht in Vergessenheit geraten, dass die Würde in Deutschland „nach wie vor jedes Jahr hunderttausendfach im Mutterleib stirbt“. Sie bezog sich damit auf die offiziell gemeldeten rund 130.000 Abtreibungen pro Jahr. Man erkenne zwar durchaus an, dass aus den Reihen der Union eine Initiative gegen Spätabtreibungen gestartet wurde. Diese seien allerdings „nur die Spitze eines ganzen Eisberges schwerwiegender Verletzungen des Menschenrechts auf Leben“. Das Leid, das Frauen durch eine vorgeburtliche Kindstötung zugefügt werde, werde dramatisch unterschätzt.

CDU gegen vorgeburtliche Gentests
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, der zum Vorstand der Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) gehört, begrüßte einen Beschluss des Parteitags, der sich für ein Verbot vorgeburtlicher Gentests ausspricht. Mit deren Hilfe soll gezielt nach Anlagen für spätere Krankheiten gesucht werden wie etwa Krebs oder Alzheimer. Mit dem Beschluss folgte der Parteitag einem Antrag des CDU-Kreisverbandes Unna, dem Hüppe vorsteht. Nach seinen Worten stellen solche Untersuchungen für das ungeborene Kind keinen Nutzen dar. Sie hätten lediglich das Ziel, sich bei einem entsprechenden Befund eventuell für eine Abtreibung zu entscheiden. Schließlich könne man auch noch nach der Geburt solche genetischen Untersuchungen vornehmen, um dann einer Erkrankung bestmöglich vorzubeugen.

Lebensschützer im Präsidium
Mit dem Vorsitzenden der Jungen Union, Philipp Mißfelder, hat die Lebensrechtsbewegung nun einen weiteren engagierten Fürsprecher für den Lebensschutz im CDU-Präsidium. Der 29-jährige Bundestagsabgeordnete wurde mit 66 Prozent der Stimmen in das 13-köpfige Gremium gewählt und ist damit das jüngste Mitglied in der Geschichte dieses Parteiorgans. Immer wieder hatte sich Mißfelder in der Vergangenheit für den Lebensschutz stark gemacht. So äußerte er jüngst bei einer Veranstaltung zum Buß- und Bettag sein Bedauern darüber, dass die Politik keine attraktiven Angebote mache, um die Abtreibungszahlen drastisch zu verringern.

Quelle: idea.de