Obama lässt Staatsgeld für Abtreibung fließen

Quelle: idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur – 24.01.2009

Lebensrechtskomitee: Präsident bricht politisches Versprechen

W a s h i n g t o n (idea) – Drei Tage nach seiner Vereidigung hat US-Präsident Barack Obama die Abtreibungspolitik gelockert. Per Dekret verfügte er am 23. Januar, dass wieder Steuergelder an internationale Organisationen fließen können, die Abtreibungen als Mittel der Familienplanung propagieren oder durchführen. Er hob die Blockierung von Staatszuschüssen für Institutionen auf, die für „Reproduktionsrechte“ eintreten – also für die freie Wahl zum Schwangerschaftsabbruch. 1984 hatte der damalige US-Präsident Ronald Reagan anlässlich einer Bevölkerungskonferenz in Mexiko die staatliche Bezuschussung abtreibungsfördernder internationaler Organisationen gestoppt. Präsident Bill Clinton hob das Verbot 1993 auf; Präsident George W. Bush setzte es 2001 wieder in Kraft. Zwei Tage nach Obamas Amtsantritt jährte sich zum 36. Mal das Grundsatzurteil des Obersten Gerichts, das die Abtreibung in den USA faktisch freigab. Inzwischen sind in den USA schätzungsweise mindestens 50 Millionen Kinder im Mutterleib getötet worden. Der Direktor des Nationalen Lebensrechtskomitees in den USA, Douglas Johnson, kritisierte Obama. Er habe mit der Unterzeichung des neuen Dekrets sein Versprechen gebrochen, eine Politik zu verfolgen, die die Zahl von Abtreibungen verringert.

Begegnung mit Papst und Dalai Lama geplant
Obama wird voraussichtlich im ersten Jahr seiner Amtszeit mit dem prominentesten Abtreibungsgegner zusammentreffen. Man erwarte, dass er Papst Benedikt XVI. im Vatikan besuchen werde, berichtet die britische Zeitung Times. Den Dalai Lama, Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, werde Obama im Weißen Haus empfangen. Die Times beruft sich auf den Schriftsteller Stephen Mansfield, der ein Buch über Obamas Glauben geschrieben hat. Obama ist Protestant und gehörte über 20 Jahre in Chicago einer Gemeinde der reformiert geprägten Vereinigten Kirche Christi (United Church of Christ) an, die mit der EKD und einigen Landeskirchen partnerschaftlich verbunden ist.

Evangelische Allianz schickt Obama eine Bibel
Wegen sprachlicher Ungenauigkeiten bei der ursprünglichen Vereidigung am 20. Januar – der Vorsitzende des Obersten Gerichts, John Roberts, hatte das Adverb „treu“ an einer falschen Stelle vorgesprochen – musste die Zeremonie am folgenden Tag im Weißen Haus wiederholt werden. Hier leistete Obama den Amtseid jedoch, ohne die Hand auf einer Bibel zu halten. Die Britische Evangelische Allianz will Obama jetzt eine Bibel ins Weiße Haus schicken, wo angeblich so schnell keine aufzufinden war. Es handelt sich um eine von der britischen Bibelgesellschaft herausgegebene Sonderausgabe, die besonders jene Passagen hervorhebt, die von Gottes Haltung zu Armut und Gerechtigkeit sprechen.