Rheinischer Präses für Neuregelung von Spätabtreibungen

Quelle: idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur – 13.01.2009

Schneider stellt sich hinter Vorschläge von Singhammer und Griese

B a d N e u e n a h r (idea) – Für eine gesetzliche Neuregelung der Spätabtreibung hat sich der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), ausgesprochen. Er stellte sich am 12. Januar bei der Landessynode in Bad Neuenahr hinter die Gesetzesentwürfe der Familienpolitiker Johannes Singhammer (CSU) und Kerstin Griese (SPD). Die beiden Entwürfe, die derzeit im Bundestag beraten werden, zielen darauf, die ärztliche bzw. psychosoziale Beratung einer Schwangeren zu verbessern, die bei einer vorgeburtlichen Untersuchung mit einer Behinderung ihres Kindes konfrontiert wird. Zudem fordern sie eine Drei-Tages-Frist zwischen der Diagnose und einer möglichen Abtreibung. Die „medizinische Indikation“ ermöglicht eine Abtreibung bis kurz vor der Geburt, wenn „eine Gefahr für das Leben oder die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren“ besteht, die nur durch Abtreibung abgewendet werden kann. Schneider begrüßte es, dass mit den Initiativen von Singhammer und Griese der Versuch unternommen werde, Spätabtreibungen einzudämmen. Es sei skandalös, dass Ärzte Schadensersatzforderungen von Eltern ausgesetzt seien, die ein behindertes Kind bekommen haben. Damit werde behindertes Leben als „ein in Cent und Euro bezifferbarer Schaden definiert“. Zwar sei man sich weitgehend einig, dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Lebensrechte genössen wie alle anderen. „Für behinderte Menschen im Mutterleib scheint dieser Konsens aber nicht mehr tragfähig zu sein“, so Schneider. Dem Bundestag liegen insgesamt drei Gesetzesentwürfe und zwei Anträge zur Eindämmung der Spätabtreibungen vor. Im April soll abgestimmt werden.