Das C ist weiterhin in der CDU richtig platziert

Quelle: idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur – 28.02.2009

Unionspolitiker: Abtreibungsfrage ohne Mehrheit nicht in den Mittelpunkt stellen

D ü s s e l d o r f (idea) – Die CDU-Politiker Volkmar Klein (Siegen) und Marie-Luise Dött (Oberhausen) haben die christliche Ausrichtung der CDU beim Kongress christlicher Führungskräfte am 27. Februar in Düsseldorf verteidigt. Das „C“ im Parteinamen sei weiterhin richtig platziert, sagte Klein in einer Veranstaltung zum Thema „Wie viel Werte verträgt die Politik“. Er ist Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen und Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU (EAK). Eine Streichung des Cs würde nach seiner Ansicht die Identität der CDU zur Disposition stellen. Die Bundestagsabgeordnete Dött sagte, sie sei vor allem wegen des Cs in die CDU eingetreten. Sie kritisierte eine Forderung des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner auf eine Streichung des C im Namen der CDU. Die Bundestagsabgeordnete, die dem Bund Katholischer Unternehmer vorsteht, bedauerte, dass es nicht zu einem Gottesbezug in der EU-Verfassung wie im Grundgesetz gekommen ist. Auch die beiden Volkskirchen hätten sich nicht deutlich genug dafür eingesetzt.

Wachsamkeit bei „politischer Korrektheit“
Beide Politiker lehnten es ab, die Abtreibungsfrage in den Mittelpunkt zu stellen, so lange es für eine Gesetzesänderung keine parlamentarische Mehrheit gebe. Dies würde nur Enttäuschungen hervorrufen. Man solle sich darauf konzentrieren, was veränderbar sei. Dies sei eine Einschränkung bei den Spätabtreibungen. Nach Dötts Ansicht ist aber offen, ob es in der laufenden Legislaturperiode im Bundestag noch zu einer Gesetzesänderung kommt. Klein rief zur Wachsamkeit gegenüber übertriebener „politischer Korrektheit“ und Antidiskriminierungsregeln auf: „Wenn man einmal nicht mal mehr sagen darf, dass Abtreibung Tötung ist, dann hätten wir ein Problem. Das muss verhindert werden.“ Das gelte auch für die Ablehnung eines Adoptionsrechtes für gleichgeschlechtliche Paare.

Verständnis für Kritik an Familienpolitik
Klein zeigte Verständnis für Kritik am familienpolitischen Erscheinungsbild der CDU. Der Ausbau des öffentlichen Angebots an Kinderbetreuungsplätzen sei zwar die richtige Antwort auf veränderte Realitäten. Es dürfe aber nicht der Anschein erweckt werden, dass die Betreuung in staatlichen Einrichtungen der beste Weg für Kinder sei. Familien, in denen die Kinder zu Hause erzogen würden, zählten zum Wertvollsten, was die Politik fördern könne. Allerdings sei auch die Gesellschaft insgesamt für Fehlentwicklungen verantwortlich. So entwerte eine gängige „dumme Redensart“ wie die Frage an Mütter „Arbeitest du oder bist du zu Hause?“ die häusliche Familienarbeit.