Abtreibungszahlen zeigen Versagen der Familienpolitik

Quelle: idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur – 14.03.2009

CDL kritisiert Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen

K ö n i g s t e i n (idea) – Scharfe Kritik an der Familienpolitik der Bundesregierung hat die in den Unionsparteien aktive Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) geübt. Anlass ist die am 9. März veröffentliche Zahl der Schwangerschaftsabbrüche von 2008. Laut dem Statistischen Bundesamt (Wiesbaden) wurden 114.500 Abtreibungen gemeldet, zwei Prozent weniger als 2007. Nach den Worten der CDL-Vorsitzenden, Mechthild Löhr (Königstein/Taunus), dokumentiert die Zahl „das fortdauernde, grundlegende Versagen der Familienpolitik“. Nicht jede Abtreibung werde von den Ärzten gemeldet, so dass die vorliegende Statistik nicht genau sein könne. Die Politik komme ihrer Kontrollpflicht nicht nach. Zudem forderte Löhr, die Abtreibungszahlen im Verhältnis zur Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zu sehen. Da ihre Zahl zurückgehe, müsse man bei den Abtreibungszahlen von einer „traurigen Stagnation“ sprechen. „Wenn nahezu jede fünfte Schwangerschaft mit einer Abtreibung endet, und mehr als 114.000 junge Mütter und Väter ein Kind zur Tötung freigegeben haben, ist dies leider ein eindeutiger Beleg dafür, dass es keineswegs gelungen ist, mehr junge Frauen zu einem Kind zu ermutigen.“

Von der Leyen schweigt zu Abtreibungszahlen
Kritik übte Löhr auch an der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die von steigenden Geburtenraten 2008 gesprochen und dies auf ihre Politik zurückgeführt hatte. Allerdings bezog sich von der Leyen nur auf die Zahlen bis September 2008. In den beiden darauffolgenden Monaten verzeichnete das Statistische Bundesamt einen drastischen Einbruch von jeweils knapp zwölf Prozent. Auch für das gesamte Jahr 2008 erwartet die Behörde einen Rückgang der Zahlen. „Es spricht nicht für eine glaubwürdige Familienpolitik, wenn das Familienministerium einerseits falsche Prognosen zur Geburtensteigerung als Erfolgsbeleg benutzt und andererseits die weiterhin dramatisch hohen Abtreibungszahlen mit völligem Schweigen übergeht und ignoriert“, so Löhr.