Weniger Abtreibungen gemeldet

Quelle: idea e.V. Evangelische Nachrichtenagentur – 09.03.2009

Lebensrechtler: 114.500 getötete Ungeborene bleiben ein Armutszeugnis

W i e s b a d e n (idea) – Die Zahl der gemeldeten Abtreibungen ist dem Statistischen Bundesamt (Wiesbaden) zufolge im vorigen Jahr um zwei Prozent auf 114.500 gesunken. Lebensrechtsgruppen sehen gleichwohl keine entscheidende Wende. Die Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, Claudia Kaminski (Köln), begrüßt zwar die sinkenden Zahlen. „Jede Abtreibung, die nicht stattfindet, ist ein Mensch mehr, der leben darf“, sagte die Medizinerin gegenüber idea. Allerdings werde der Rückgang dadurch relativiert, dass auch die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter sinke. Ferner bleibe die Dunkelziffer hoch, da Ärzte nicht alle Abtreibungen melden müssten. Frau Kaminski schätzt, dass die tatsächliche Zahl zwischen 200.000 und 250.000 liegt. Doch selbst die gemeldeten Tötungen von 114.500 Ungeborenen seien ein gesellschaftliches Armutszeugnis. Der Bevölkerungsschwund sowie die öffentliche Diskussion über die Menschenwürde erforderten größte Anstrengungen, möglichst vielen Kindern zum Leben zu verhelfen.

„Pille danach“ bleibt unberücksichtigt
Auch der Vorsitzende des Treffens Christlicher Lebensrechtsgruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), bezweifelt die Aussagekraft der Zahlen des Statistischen Bundesamts. Es werde nicht einmal stichprobenartig geprüft, ob die von Ärzten und Krankenhäusern gemeldeten Abtreibungen mit ihren Abrechnungen bei den Krankenkassen übereinstimmen. Unberücksichtigt bleibe ebenfalls, dass die Einnahme der „Pille danach“ auch zu Abtreibungen führe.

Weniger Abtreibungen bei Teenagern
Die Zahl der Teenager unter 18 Jahren, die eine Abtreibung vornehmen ließen, ging der Statistik zufolge im vorigen Jahr um 800 auf rund 5.300 zurück. Dies führt Frau Kaminski auf eine bessere Aufklärung über verantwortungsbewussten Umgang mit der Sexualität zurück. Besonders Organisationen wie das „Weiße Kreuz“ und Lebensrechtsgruppen seien hier erfolgreich.