CDL Pressemitteilung: Patientenverfügung – Schutz der Patienten eher gefährdet

Am 1. Sept. trat die neue gesetzliche Regelung für Patientenverfügungen in Kraft
Der Praxistest wird belegen, dass hier der Schutz der Patienten nicht gefördert, sondern gefährdet wird.

Am 1. September trat das Gesetz zur Patientenverfügung in Kraft. Damit sind schriftliche Willenserklärungen unabhängig vom Krankheitsstadium für Ärzte und Angehörige verbindlich.
Die Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben ( CDL), Anne Baranowski, warnt:
„Die Zukunft wird zeigen, wie sich nun das neue Gesetz in der Praxis konkret auswirken wird. Doch schon jetzt ist die Anzahl derer, die eine Patientenverfügung ausgestellt haben, verschwindend gering. Die Unsicherheit ist groß, da man sich an einem endscheidenden Punkt in seinem Leben auf etwas festlegt, was man selbst gar nicht vorhersehen und einschätzen kann. Gerade Ärzte meiden es, eine bestimmte Anweisung im Voraus für nicht vorhersehbare Erkrankungen festzulegen, da weder der akuten Situation des betroffenen Patienten, noch dem Fortschritt der Medizin Rechnung getragen werden kann.
Besonders erstaunlich ist, dass Professor Taupitz, Mitglied des Deutschen Ethikrates, als vehementer Befürworter eines verbindlichen Selbstbestimmungsrechts zum Suizid, jetzt in einem aktuellen Interview bekennt, selbst garkeine Patientenverfügung verfasst zu haben. Aus sicher guten Gründen, denn so Taupitz: Er vertraue da auf seine Frau – und die Ärzte, denn diese wissen, was in dem Moment das Richtige für ihn sei.
Damit wirklich eine Person des Vertrauens zum Wohl und Willen des Betroffenen mit entscheidet, bzw. den Patienten vertreten kann, empfiehlt die CDL eine Vorsorgevollmacht zu erstellen.“

Das Interview der Braunschweiger Zeitung mit Prof. Jochen Taupitz