1.207.646 Abtreibungen 2008 in der EU

Naturgetreue Nachbildung eines ungeborenen Kindes, 10. Lebenswoche, aus Plastik - Quelle: www.kaleb.de

Naturgetreue Nachbildung eines ungeborenen Kindes, 10. Lebenswoche, aus Plastik - Quelle: www.kaleb.de

Brüssel/Köln (idea) – Pro Tag werden in der Europäischen Union (EU) 3.309 Kinder im Mutterleib getötet, also 138 pro Stunde. Das ergab eine Studie des „Institute for Family Policies“ (Institut für Familienpolitik), die am 3. März in Brüssel vorgestellt wurde.

Demnach wurden 2008 auf dem Gebiet der EU 1.207.646 Abtreibungen durchgeführt. Gegenüber 1998 war dies ein Anstieg um 8,3 Prozent. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche wurden in Großbritannien (216.000), Frankreich (210.000) und Rumänien (128.000) vorgenommen. Deutschland liegt mit rund 114.000 gemeldeten Abtreibungen auf Platz sechs der 27 Mitgliedsstaaten. Auf dem gesamten europäischen Kontinent – einschließlich Russland – verloren 2008 insgesamt 2,9 Millionen ungeborene Kinder ihr Leben. Dies entspreche der Gesamtbevölkerung von Estland, Zypern, Luxemburg und Malta, so die Studie. Jede fünfte Schwangerschaft ende mit einer Abtreibung.

Spanien: Zuwachs seit 1998 um 115 Prozent

Während insbesondere in osteuropäischen Staaten die Abtreibungszahlen seit 1998 zurückgingen, verzeichneten vor allem Spanien (plus 115 Prozent) und Großbritannien (plus 8 Prozent) einen starken Zuwachs. Im vergangenen Jahr hatte Spanien das Abtreibungsrecht liberalisiert. Danach sind die vorgeburtlichen Kindstötungen bis zur 14. Woche straffrei und kostenlos möglich. Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Claudia Kaminski (Köln), zeigte sich schockiert über die Ergebnisse der Studie. „Es kann nicht sein, dass die Mitgliedstaaten der EU die Folgen des demographischen Wandels wortreich beklagen, andererseits aber tatenlos zusehen, wie in ihrem Verantwortungsbereich massenhaft Kinder durch Abtreibungen im Mutterleib getötet werden.“ Die Zahl von 1,2 Millionen Abtreibungen entspreche fast der Einwohnerzahl Münchens. Kaminski forderte die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass das Thema Abtreibung auf die Tagesordnung der europäischen Staats- und Regierungschefs kommt: „Es ist doch absurd, dass Europa gegen Menschenrechtsverletzungen in anderen Regionen der Welt Sturm läuft, aber vor der entsetzlichen Realität in den eigenen Ländern die Augen verschließt.“ ALfA hat mehr als 10.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).