Spanien: Regierung will Abtreibungsgesetze verschärfen

Quelle: idea.de

Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

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Madrid (idea) – Spaniens konservative Regierung will die Abtreibungsgesetze verschärfen. Justizminister Alberto Ruiz-Gallardon kündigte an, dass die regierende Volkspartei bis Ende Oktober dazu einen Gesetzentwurf vorlegen werde.

Danach sollen einige 2010 unter der sozialistischen Vorgängerregierung eingeführte Regelungen geändert werden. Danach sind Abtreibungen bis zur 14. Schwangerschaftswoche ohne Einschränkungen erlaubt. Die Frist kann bis zur 22. Woche verlängert werden, wenn ein Risiko für die Gesundheit der Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungeborenen gibt. In den schwersten Fällen kann die Schwangerschaft auf Empfehlung einer Ethikkommission ohne zeitliche Begrenzung abgebrochen werden.

Zudem können Mädchen im Alter von 16 und 17 Jahren Abtreibungen ohne Einwilligung der Eltern vornehmen lassen, wenn sie sich von einem Psychiater beraten lassen. Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy will sich wieder mehr an den Regelungen des früheren Abtreibungsgesetzes aus dem Jahr 1985 orientieren. Danach waren Abtreibungen nur erlaubt, wenn die Frau vergewaltigt wurde, das Kind voraussichtlich Missbildungen hatte oder schwere psychische oder physische Schäden bei der Mutter drohten. Von den rund 47 Millionen Spaniern sind etwa 90 Prozent Katholiken. Etwa drei Prozent der Einwohner sind Mitglied einer protestantischen Kirche. Die übrigen sind meist konfessionslos. [Weiterlesen]