Rezeptfreiheit für „Pille danach“ bedeutet höheres Risiko für Frauen

Quelle: cdl-online.de

Foto: Lupo/pixelio.de

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Am Donnerstag (13.2.) wird der Deutsche Bundestag über Anträge der Fraktionen der LINKEN und der Grünen, die „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht zu entlassen, entschieden. Die Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben (CDL), Susanne Bajog, erklärt hierzu:

„Wieder einmal steht leider die rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“ zur Diskussion. Es wird behauptet, mit der Entlassung aus der Rezeptpflicht würden ungewollte Schwangerschaften verhindert und die Anzahl der Abtreibungen sinken. Hierbei werden „gute Erfahrungen“ u. a. aus Großbritannien zitiert. Der Blick in das Vereinigte Königreich zeigt aber gerade, dass dort seit dem Ende der Rezeptpflicht und der Einführung der freien Abgabe direkt in Schulen die Zahl der Abtreibungen bei Teenagern sogar noch stark gestiegen ist. Ebenso konnte ein Anstieg der Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten gerade bei unter 16jährigen nachgewiesen werden. Dies ist vor allem auf ein riskanteres Sexualverhalten bei Jugendlichen zurückzuführen, da es immer noch die jederzeit verfügbare „Notbremse“ mit der „Pille danach“ gibt. Die gemeldeten Abtreibungszahlen liegen jedoch seit längerem mit über 200.000 jährlich gerade in Großbritannien beispielsweise dennoch mehr als doppelt so hoch und sind auch in den USA u.a. Ländern höher.

Nach Freigabe steigen Verkaufszahlen massiv an

Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt auch, dass direkt nach der Aufgabe der Rezeptpflicht die Verkaufszahlen massiv in die Höhe gingen. In der Schweiz verzehnfachten sich danach die Absatzzahlen. Schon 2013 ist allein in Deutschland durch die zunehmende Werbung die „Pille danach“ über 400.000 mal verschrieben worden, Tendenz stark steigend.
Die Beibehaltung der Rezeptpflicht wird auch aus medizinischer Sicht empfohlen. So haben der Bundesverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in ihren Stellungnahmen darauf hingewiesen, dass die Beratung und die medizinisch notwendige Einschätzung des Risikos für die einzelne Frau im Kundenbetrieb einer Apotheke nicht wie in einer Arztpraxis erfolgen können. Apotheker kennen, im Unterschied zu Ärzten, weder aktuellen Gesundheitszustand noch Krankengeschichte der Kundin und können somit nicht entscheiden, ob eine Einnahme medizinisch bedenklich ist. Darüber hinaus kann kein Apotheker eine besonders problematische, wiederholte Einnahme während eines Zyklus prüfen. Letztlich ist zu erwarten, dass durch die Verharmlosung der „Pille danach“ als „Notfallmedikament“ die Zahl der Abtreibungen sogar ansteigt, da nicht selten der „gewünschte Effekt“, nämlich die sichere Verhinderung bzw. frühe Beendigung der Schwangerschaft, doch nicht eingetreten ist.

Hohe Risiken und Nebenwirkungen

Auf die Gefahr von Nebenwirkungen hat auch der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hingewiesen. So etwa auf das Risiko von schweren Thrombosen, wie sie bereits unter Einnahme von Verhütungspillen entstehen können. Immerhin liegt die starke Hormondosis von Levonorgestrel bei dem 10 bis 15fachen einer „normalen“ Verhütungspille. Dass die (sogar häufigere) Einnahme einer solchen Hormonmenge frei von Nebenwirkungen ist, gehört wohl in den Bereich der Fiktion. Immerhin kann diese Dosis die Schwangerschaft unterbinden oder in nicht wenigen Fällen auch beenden. Durch diese Missachtung möglicher negativer gesundheitlicher Auswirkungen auf Frauen wird nicht deren „Selbstbestimmung bei der Notfallverhütung“ gestärkt, wie es die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen in ihrem Antrag behauptet, sondern sie werden einem unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Die Rezeptpflicht für die „Pille danach“ aufzugeben bedeutetet vor allem einen Umsatz- und Gewinnzuwachs für die Pharmaunternehmen. Ein mehr an Gesundheit und Sicherheit für betroffene Mädchen und Frauen bedeutet es dagegen ganz sicher nicht. Ganz im Gegenteil, sie werden mit den möglichen Belastungen und Folgen allein gelassen und bis unter 21 Jahren sogar durch kostenlose Abgabe zur öfteren Nutzung „eingeladen“.