Abtreibung: Weltweit häufigste Todesursache

Quelle: idea.de

Abtreibung ist die häufigste Todesursache auf der Welt. Foto: Thomas Schneider/agwelt.de

Abtreibung ist die häufigste Todesursache auf der Welt. Foto: Thomas Schneider/agwelt.de

Beltheim (idea) – Abtreibung ist die häufigste Todesursache auf der Welt. Das schreibt die Vorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (Glashütten bei Frankfurt am Main), in dem von ihr mitherausgegebenen Buch „Abtreibung – ein neues Menschenrecht?“. Deswegen sei der uneingeschränkte Schutz jedes Menschenlebens und das Recht, geboren zu werden, die größte soziale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. In Deutschland sei, so heißt es in ihrem Beitrag „Der Abschied vom Tötungsverbot“, eine Abtreibung mittlerweile zu einer medizinischen Standarddienstleistung geworden: „Sauber und ,transparent’, abrechenbar und vom Staat subventioniert wie eine Vorsorgeuntersuchung oder beliebige andere ärztliche Behandlungen.“ Diese Umwertung habe in den vergangenen 50 Jahren stattgefunden: „Seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Recht des ungeborenen Kindes auf Leben einem neu formulierten ,Recht auf Abtreibung’ untergeordnet.“ Das Recht auf Leben sei nach feministischer Interpretation allein davon abhängig, ob die Mutter dieses Kind überhaupt zur Welt bringen wolle. Die Überzeugung der 68er, Abtreibung sei etwas Alltägliches, habe sich fast flächendeckend durchgesetzt. Mittlerweile hätten Politik, Staat, Gesellschaft und sogar manche kirchliche Institutionen weitestgehend ihren „Frieden“ mit dem freien Abtreibungsangebot gemacht. Bei den betroffenen Frauen gehe es oft nur um die Frage, ob ein Kind in der jeweiligen Lebenssituation erwünscht sei. Es werde somit anderen Interessen untergeordnet.

Kampf um die Legalisierung der Abtreibung bei der UNO

In dem Beitrag „Missbrauch der UNO. Der globale Kampf um die Legalisierung der Abtreibung“ schreibt der Berater des Päpstlichen Rates „Justitia et Pax“, Prof. Manfred Spieker (Osnabrück), dass die Achtung vor den Menschenrechten zum Gründungsauftrag der UNO gehöre. Doch Anfang der 70er Jahre hätten etliche Staaten begonnen, die Abtreibung zu legalisieren. Seitdem gebe es auch in der UNO Versuche, über ein Recht auf Gesundheit ein ,Recht’ auf Abtreibung zu etablieren und in verschiedene Erklärungen hineinzuschleusen. Diese Strategie habe zwar bisher aufgrund des Widerstandes vieler Staaten keinen Widerhall in den UN-Konventionen oder in Abschlussdokumenten von UN-Konferenzen gefunden. Sie spiele aber eine starke Rolle in verschiedenen Unterorganisationen der UNO, bei Nicht-Regierungsorganisationen sowie in der Entwicklungspolitik mehrerer westlicher Staaten. Sie kämpften gerade in lateinamerikanischen Ländern für die Legalisierung der Abtreibung. Der Generalsekretär der UNO, Ban Ki-moon, sei zu schwach, „um diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Er tendiert eher dazu, Werkzeug dieser Unterorganisationen zu sein.“ Widerstand gegen diese Strategie zeige vor allem die katholische Kirche. Das sorge für Kritik. So habe beispielsweise der UN-Ausschuss für Kinderrechte von ihr verlangt, ihre Haltung gegenüber der Abtreibung zu ändern. Die ausnahmslose Ablehnung sei eine Gefahr für Leben und Gesundheit schwangerer Mädchen, so der Vorwurf. Spieker: „Einen derartigen Eingriff in innerkirchliche Angelegenheiten hat sich bisher kein politisches Gremium erlaubt, nicht einmal in den totalitären Herrschaftssystemen kommunistischer, nationalsozialistischer oder faschistischer Provenienz.“ Dass die Position der Kirche unverhandelbar sei, habe auch Papst Franziskus mehrfach bestätigt.

Ein Gespräch vor einer Abtreibungsklinik kann helfen

Die in der Schwangerschaftskonfliktberatung tätige Hebamme Maria Grundberger (Basel) berichtet, dass die meisten Frauen mit der Entscheidung für oder gegen das Leben des eigenen Kindes überfordert seien. Gründe für eine Abtreibung seien die Angst vor Veränderung, vor dem Verlust der Freiheit, vor finanziellen Engpässen oder davor, mit dem Kind alleine zu sein. Oft fehle die Unterstützung des Partners. Manche übten massiven Druck aus oder drohten der Frau, sie zu verlassen, falls sie nicht abtreibe. Besonders vor einer Abtreibungsklinik zeige sich, wie schwierig die Situation für die Frauen, aber auch für ihre Familien sei. Sie habe weinende Männer getroffen, die ihre Ehefrauen nicht von einer Abtreibung abhalten konnten, verzweifelte Mütter, die ihre Töchter nicht überzeugen konnten, das Kind zu bekommen, sowie Frauen, die nur auf Wunsch des Partners abtrieben. Sie habe aber auch erlebt, dass sich Frauen durch ein Gespräch vor der Klinik von ihrem Vorhaben abbringen ließen: „Manchmal braucht es tröstende, Mut machende Worte, die den Frauen das Ja zum eigenen Kind erleichtern. Auch finanzielle Unterstützung kann helfen, den Müttern Erleichterung zu schenken.“ Das Buch „Abtreibung – ein neues Menschenrecht?“ ist in zweiter, aktualisierter Auflage 2014 im Sinus-Verlag (Beltheim) erschienen und enthält Beiträge von zwölf Autoren. Herausgeber sind der ehemalige Vorsitzende der Juristen-Vereinigung Lebensrecht und Richter a. D. am Oberlandesgericht Freiburg, Bernward Büchner, die Vorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), die Ärztin Claudia Kaminski (Köln), und Mechthild Löhr (CDL).