Lebensrechtler kritisieren Rezeptfreiheit für „Pille danach“

Quelle: idea.de

ellaone

Münster (idea) – Kritik an der Entscheidung der EU-Kommission, dass die „Pille danach“ künftig rezeptfrei in Apotheken verkauft werden darf, hat die in den Unionsparteien tätige Initiative „Christdemokraten für das Leben (CDL/Nordwald bei Münster) geübt.

Es handelt sich um das Medikament EllaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat. Die Bundesregierung hatte sich lange dagegen gesträubt, das Mittel von der Rezeptpflicht zu befreien. Nun kündigte das Bundesministerium für Gesundheit an, der Entscheidung der Kommission zu folgen. Der Arbeitskreis „Ethik in der Medizin“ der CDL warnt in einer Stellungnahme: „EllaOne ist keinesfalls ein harmloses, sicher wirkendes ‚Notfall-Medikament zur Nachverhütung‘, sondern gefährdet die Gesundheit der Frau und beendet früh das Leben des möglicherweise schon entstandenen Embryos.“ Dies geschehe durch die sehr hohe Hormondosis, „die etwa der Größenordnung der gesamten Monatspackung üblicher Verhütungspillen entspricht“.

Während die EU streng darauf achte, dass auf jeder Zigarettenschachtel an die Risiken des Rauchens erinnert werde, „wird ausgerechnet bei einem Hormonpräparat dieser hohen Wirkungsstufe der gesundheitliche Schutz der Frauen völlig ausgeblendet“. Die CDL fragt: „Soll der Staat vielleicht erst dann eingreifen, wenn – wie in den USA und Frankreich – gefährliche, tödliche Thrombosen bei Frauen Pharma-Unternehmen zu Schadensersatzzahlungen zwingen?“ Bundesvorsitzende der CDL ist die Personal- und Unternehmensberaterin Mechthild Löhr (Glashütten/Taunus).