Neuer Gesetzentwurf zur Sterbehilfe ist „Brand-gefährlich“

Quelle: idea.de

CDL

Nordwalde (idea) – Als „Brand-gefährlich“ bewerten die „Christdemokraten für das Leben“ (CDL/Nordwalde bei Münster) einen neuen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe.

Die Bundestagsabgeordneten Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) wollen die „geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ unter Strafe stellen. Angehörige und Ärzte, die todkranken Menschen hohe Dosen an lebensverkürzenden Schmerzmedikamenten verabreichen, sollen hingegen straffrei bleiben. Der Vorschlag wird von Parlamentariern aller im Bundestag vertretenen Parteien unterstützt.

Die „Christdemokraten für das Leben“ vermissen hingegen eine Begründung, warum nur Sterbehilfevereine – etwa „Dignitas Deutschland“ (Hannover) und „Sterbehilfe Deutschland“ (Hamburg) – das Leben Sterbender gefährden würden, nicht aber „geschäftsmäßig auftretende Gehilfen, etwa Angehörige oder Ärzte“. Die Gefahr, dass nahe Verwandte den Todkranken beeinflussten, sei mindestens ebenso groß: „Gerade bei Angehörigen, die unterhaltspflichtig oder mögliche Erben sind, ist leicht eine eigene Interessenlage denkbar. Der Tod des aufwändig zu pflegenden, zuweilen auch lebensunlustigen Verwandten kann bewusst oder unbewusst auch aus eigenen Interessen angestrebt werden.“ Der Staat müsse verhindern, dass auf schwache und entschlussschwache Mitbürger ein sozialer Sterbedruck ausgeübt wird.

Der Entwurf von Brand und Griese gebe jedoch jedem Sohn die Erlaubnis, „dem alten Vater zu sagen: ‚Ich kann Dir gerne ein Glas hinstellen, dann bist du schnell erlöst.‘“ Alte Menschen wollten häufig niemandem zur Last fallen. Dass aber gerade diejenigen Personen, denen sie zur Last fallen könnten, Einfluss und Beihilfe zum Sterben bekommen sollen, sei eine „groteske Fehlleistung“. Außerdem gebe der Entwurf von Brand und Griese keinen Hinweis, wie die assistierte Selbsttötung geschehen könne. In Deutschland sei das in der Schweiz bevorzugte Präparat zum Einschläfern und Töten, Pentobarbital, bisher nur für Tiere zugelassen. Brand und Griese müssten demnach auch eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes anstreben. [Weiterlesen]