Ist die Evangelische Familienaktionsgemeinschaft etwa für Abtreibungen?

Quelle: idea.de

6. Schweigemarsch für das Leben am 1. Juni 2015 in Annaberg-Buchholz mit 650 Teilnehmern. Foto: Andreas Schroth

6. Schweigemarsch für das Leben am 1. Juni 2015 in Annaberg-Buchholz mit 650 Teilnehmern. Foto: Andreas Schroth

SACHSEN Die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (eaf) in Sachsen erhält einen Teil der diesjährigen Landeskollekte für Kirchliche Frauen-, Familien- und Müttergenesungsarbeit. Pikant: Ihre Geschäftsführerin hatte zu Protesten gegen eine Lebensschutzdemonstration aufgerufen.

Wie steht die Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen in Sachsen zum Lebensschutz? Diese Frage mag sich manch Beobachter stellen. Anlass ist die diesjährige Landeskollekte für Kirchliche Frauen-, Familien- und Müttergenesungsarbeit. Davon bekam nämlich auch die eaf einen Teil. Wie hoch er genau war, konnte Landeskirchensprecher Matthias Oelke auf Anfrage nicht sagen, da noch nicht aus allen Kirchenbezirken die Rückmeldungen eingegangen seien. Die eaf versteht sich als Plattform für Diskussionen zu ethischen und sozialen, wirtschaftlichen und pädagogischen Themen, die Familien betreffen: „Sie ist Sprachrohr für gesellschaftspolitische Positionen und damit Verbindung zwischen Familien-Basisarbeit und Sozialpolitik, zwischen Kirche und Gesellschaft“, heißt es auf der Homepage.

Ist eine Lebensrechtsdemonstration „blanker Hohn“?

Zumindest pikant ist jedoch, dass ausgerechnet deren Geschäftsführerin, Eva Brackelmann, im Vorfeld des sogenannten „Schweigemarsches“ für das Lebensrecht ungeborener Kinder, Kranker und Alter am 1. Juni in Annaberg-Buchholz zu Protesten aufgerufen hatte. In ihrer Funktion als Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Sachsen hatte sie erklärt, als Feministin und Christin betrachte sie diesen Marsch als „blanken Hohn“. Man versuche, die Zeit zurückzudrehen: „Das lassen wir nicht zu. Die SPD Sachsen steht für das Recht von Frauen auf Schwangerschaftsabbruch.“ Unmöglich findet das der Veranstalter des Schweigemarsches, der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) in Sachsen, Thomas Schneider (Breitenbrunn).

Die Kirche sollte genauer prüfen, wer von ihr Geld bekommt

Gegenüber idea erklärte Schneider: „Es grenzt an Schizophrenie, wenn sich einer der führenden Köpfe einer kirchlichen familienbezogenen Dachorganisation gegen den Lebensschutz aufbäumt.“ Dabei heiße es im Leitbild der eaf, man frage „auf der Grundlage des Evangeliums“, was Familien brauchen. Dazu gehört nach Schneiders Worten auch der Schutz des Lebens vom Anfang bis zu seinem natürlichen Ende. Zudem sei es „Aufgabe der Landeskirche zu prüfen, an welche Gruppierungen Spendengelder von Kirchenmitgliedern ausgegeben werden.“

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