Eine Entscheidung für das Leben

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(CDL) Zu der Entscheidung des Agaplesios-Konzerns mit Übernahme der Klinik in Stadthagen, Niedersachsen, im April 2017 dort keine Abtreibungen aus sozialer Indikation mehr auszuführen, nimmt die Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben e. V. (CDL), Susanne Wenzel, Stellung:

Die CDL begrüßen die Entscheidung des Agaplesios-Konzerns künftig keine Abtreibungen aufgrund sozialer Indikation mehr durchzuführen.

Bereits in der ersten Hälfte dieses Jahres wurden 52.000 Kinder in Deutschland abgetrieben. Für das gesamte Jahr 2016 ist damit wieder eine Steigerung auf über 100.000 allein der offiziell gemeldeten Abtreibungen zu erwarten. Inzwischen werden in 97 Prozent der Abtreibungsfälle Kinder aufgrund sozialer Indikation, also ohne Vorliegen eines medizinischen Grundes, abgetrieben, und das in einem der reichsten Länder der Erde.

Dieser mehr als besorgniserregenden Entwicklung stellt sich der Agaplesios-Konzern mit seiner Entscheidung deutlich entgegen.

Den Vorwurf, das Klinikum überließe die Frauen in einer Notsituation ihrem Schicksal, können die CDL nicht nachvollziehen. Der Stellungnahme des Konzerns war klar zu entnehmen, dass es weiterhin einen Ansprechpartner und auch die Vermittlung von professioneller psychologischer Hilfe für Frauen geben wird. Damit werden die Frauen, die vor einer möglichen Entscheidung zur Abtreibung stehen, gerade nicht allein gelassen, sondern erfahren echte Hilfe. Eine Abtreibung hat immer zwei Opfer: Das abgetriebene Kind und die Mutter, die häufig im Anschluss nicht nur physisch, sondern auch psychisch leidet.

Aus Sicht der CDL wird mit der Aufgabe der Abtreibung in Stadthagen den Frauen vielmehr die Chance zu echten Alternativen eröffnet. Die gesetzlich vorgegebene Beratung leistet diese Hilfe nur allzu oft nicht und beschränkt sich auf die Ausstellung des für die Abtreibung erforderlichen Scheines. Frauen und Familien brauchen jedoch echte Hilfen und nicht die Ausweitung von Abtreibungsangeboten.

Der Forderung von Kritikern, nach der das Klinikum die Entscheidungsfreiheit der Frau zu respektieren habe, ist die Gewissens-, Vertrags- und Berufsfreiheit von Ärzten, Hebammen und medizinischen Einrichtungen entgegenzusetzen. Weder Personen noch Kliniken können danach verpflichtet werden, Abtreibungen oder andere lebensgefährliche oder gar tödliche Aktionen durchzuführen, wenn sie sich aus guten Gründen dagegen entscheiden. Auch das Klinikum ist in dieser Entscheidung frei und kann nicht gezwungen werden, seine ethischen Standards beiseite zu schieben. Die Gewissensfreiheit von Ärzten und Pflegepersonal ist auch weiterhin zu schützen.

Eine Abtreibung aus sozialer Indikation ist in Deutschland nach wie vor rechtswidrig; der Gesetzgeber verzichtet jedoch auf eine Bestrafung. Das Klinikum zeigt mit seiner Entscheidung, auf Abtreibungen aus sozialer Indikation zu verzichten, dass die Abtreibung keine „Operation“ ist, die dem Leben dient, sondern es beendet.