Gruß an den 9. Schweigemarsch für das Leben in Annaberg-Buchholz

Die Vereinigungen Christdemokraten für das Leben und Katholischer Arbeitskreis in der CDU Sachsen grüßen den 9. „Schweigemarsch für das Leben“ in Annaberg-Buchholz am Samstag, 16. Juni. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil v. 28.05.1993 (Az.: 2 BvF 2/90) festgestellt, daß das ungeborene Kind ein eigenes Recht auf Leben hat und dieses auch gegenüber seiner Mutter besteht. Im Ausnahmefall könne nach einer Beratung der „Schwangerschaftsabbruch“ straffrei bleiben. Der Politik wurde darin auch eine regelmäßige Prüfung der Gesetze mit dem Ziel einer Verbesserung des Schutzes der Kinder im Mutterleib vorgegeben. Seit 2 Jahrzehnten ist jedoch keine derartige Überprüfung erfolgt und jährlich wurde stillschweigend die Tötung von über 100.000 Kindern und vor ihrer Geburt amtlich registriert. Das sind 400 an jedem Werktag. Fast alle (95%-97%) registrierten „Schwangerschaftsabbrüche“ erfolgten nach der sogenannten Beratungsregelung. Im ersten Quartal 2018 verzeichnete das Statistische Bundesamt einen (erneuten) Anstieg um 2,2 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Weit über 2 Millionen getötete Menschenleben und sehr oft damit verbundene Familientragödien können nicht länger hingenommen werden. Wir fordern den Deutschen Bundestag eindringlich dazu auf, der vom Bundesverfassungsgericht erteilten Prüfpflicht nachzukommen. Die bestehende gesetzliche Regelung hat einerseits zu einer Abnahme des Unrechtsbewußtseins geführt, andererseits verdeutlichen die medizintechnischen Fortschritte immer breiteren Kreisen der Bevölkerung die Tatsache, daß die Kinder im Mutterleib keine „Zellhaufen“ sind, wie von Abtreibungsbefürwortern und Feministen behauptet wird. Die sogenannten „Schwangerschaftsabbrüche“ dürfen nicht als eine Form der nachträglichen „Verhütung“ verharmlost und eingesetzt werden, faktisch wirken sie aber so.

Trotz aller Bemühungen, dies für „überwunden“ zu erklären, ist die geschlechtliche Vereinigung einer Frau mit einem Mann mit einer variierenden Wahrscheinlichkeit der Zeugung eines Kindes, eines neuen Menschen, verbunden. Und das ist gut so. Eine absolute Planbarkeit / Familienplanung ist unrealistisch und nahezu unmöglich. Sicher sind wir heute als geborene Lebende auch nicht alle ganz genau nach Plan gezeugt worden. Mütter, Väter, Familien brauchen zuallererst Achtung und Anerkennung, wenn sie ein Kind zur Welt bringen und es erziehen. Genau dafür setzen wir uns auch ein. Familien müssen gefördert werden und ein weiteres Kind darf nicht in erster Linie als persönliches Armutsrisiko betrachtet werden. Kinder kosten Geld und Kraft, ja, und deswegen muß die Leistung der Eltern umso mehr Anerkennung finden. Diese Leistung muß sich in noch wesentlich stärkerem Maße in den Sozialsystemen widerspiegeln. Wir fordern mehr Information über die Freude eines Lebens mit Kindern und Förderung für die Anerkennung des Lebensrechts der Kinder im Mutterleib (und der Alten und Kranken am Ende des Lebens). Das unteilbare Lebensrecht wird besonders zu Beginn von der weltweiten Linken bestritten und das ist das Gegenteil von Anerkennung für die werdende Mutter / die werdenden Eltern. Sie werden durch ein „Recht auf Abtreibung“ unter Druck gesetzt, ein aus irgendwelchen Gründen nicht allen Beteiligten, bis hin zum Arbeitgeber, in die Pläne passendes kleines Menschlein „wegmachen zu lassen“. Das hat mit Selbstbestimmung dann noch viel weniger zu tun, als wenn sich jemand egoistisch gegen sein Kind entscheidet. Wir treten dafür ein, daß in unserer sehr reichen Gesellschaft dieses kostbarste aller Güter, jedes einzelne Kind, ab seiner Zeugung als Geschenk wahr- und angenommen wird.

An dem „Schweigemarsch für das Leben“ im sächsischen Annaberg-Buchholz haben sich am 6. Juni 2016 rund 650 Menschen beteiligt. Foto: Andreas Schroth

Das Motto des sächsischen Schweigemarsches für das Leben muß zur Maxime der gesamten Politik werden: Hilfe zum Leben statt Hilfe zum Töten!

Die mittlerweile fast vollständige Steuerfinanzierung der Abtreibung muß sofort eingestellt werden, denn sie verstößt gegen das Grundgesetz (2 BvF 2/90, Leitsatz 16).